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01.02.2014, 00:00 Uhr | Benjamin Piel, Elbe-Jeetzel-Zeitung
Zwischen Abstellgleis und D-Zug
Der designierte CDU-Europawahl-Spitzenkandidat David McAllister warb in Bergen für eine starke EU (Artikel in der EJZ, Ausgabe Nr. 27 vom 01.02.2014, Veröffentlichung genehmigt durch den Köhring Verlag und die Redaktion)
Ist er auf Mutti Merkels Abstellgleis geraten oder rast er schnellzuggleich einer großen europäischen Karriere entgegen?
 
 
David McAllister, ehemaliger niedersächsischer Ministerpräsident und designierter CDU-Spitzenkandidat für die Europawahl am 25. Mai betonte bei der Veranstaltung "Matjes und Politik" die große Bedeutung des europäischen Gedankens. Aufn.:B. Piel
Bergen - David McAllister ist laut einer aktuellen Umfrage der beliebteste und
bekannteste Politiker Niedersachsens, nicht aber Ministerpräsident und
auch nicht mehr lange in der niedersächsischen Landespolitik aktiv. Den
Ex-MP zieht es nach Brüssel, er wird höchstwahrscheinlich Spitzenkandidat
der deutschen CDU im Europawahlkampf. Viele niedersächsische
Christdemokraten werten den Abgang als Verlust. Spürbar war das auch 
bei der Veranstaltung „Matjes und Politik“, zu der der Lüchow-Dannenberger
CDU-Kreisverband am Donnerstagabend ins Bergener Schützenhaus 
eingeladen hatte. 
Ob McAllister die Heringe mundeten, war nicht eindeutig auszumachen, 
dass ihm die kopfschüttelnde Frage, was er denn bloß in der Europapolitik wolle gar nicht schmeckt, war hingegen klar zu erkennen. „Ich tue das aus
tiefer Überzeugung“, versicherte der CDU-Mann. Er habe lange abgewogen,
die Landespolitik zu verlassen. Schließlich sei er zu dem Schluss gekommen,  dass er als ehemaliger Ministerpräsident gut beraten sei, 
das Landesparlament zu verlassen. Welches Amt er auf europäischer Ebene
bekleiden werde, konnte McAllister nicht beantworten.
Europa sei für ihn eine Herzensangelegenheit. „Europa und die EU sind wichtig“,  so McAllisters Kernbotschaft, die er den rund 130 Besuchern rhetorisch gewandt darlegte. Die EU habe maßgeblich zum Frieden in Europa beigetragen und der sei alles andere als selbstverständlich.
Er wisse, dass viele Menschen Europa mit der Krise und verworrenen
Entscheidungen gleichsetzten. In der Tat seien „kleinteilige Regelungen“
– McAllister brachte normierte Duschköpfe ins Spiel – eine Steilvorlage
 „für Menschen, die Europa schlechtmachen wollen“. Umso mehr dürfe sich die Europa-Polikik „nicht im Klein-Klein verzetteln“: „Es geht um das große
Ganze“. Der 43-Jährige ist überzeugt, dass weltweit Millionen Menschen viel
dafür geben würden, „in so einer Wertegemeinschaft zu leben“.
McAllister forderte für Europa einen „Kurs der Vernunft und der Reformen“, eine Bankenunion, eine Absage an die Vergemeinschaftung von Schulden, Einheit in der Vielfalt als Motto und – dafür bekam er viel Applaus – sowohl
klare Grenzen nach außen  als auch, dass die Türkei der EU „in ihrer gegenwärtigen  Verfassung“ nicht beitreten dürfe. Rumänien und
Bulgarien seien zu früh aufgenommen worden – „daraus muss man lernen“.
Eindringlich warnte McAllister vor den vielen radikalen Parteien wie der 
rechtsextremen französischen Front National, die Europa nachhaltig
schaden würden. Die Alternative für Deutschland (AfD) stellte er ausdrücklich nicht in diese Ecke.
Zuvor hatte die Lüchower Landtagsabgeordnete Karin Bertholdes-Sandrock
reichlich Kritik an die Adresse der Landesregierung geschickt.  Diese produziere „Luftschlösser und Luftblasen“, beispielsweise beim Thema
Schulen. Bezüglich eines möglichen Verkaufs des Dannenberger
Krankenhauses mahnte die CDU-Frau zur Gelassenheit: „Ich sehe keinen Grund zur Sorge, denn die Bindung an EU und Landesmittel garantiert einen
sicheren Betrieb auf 30 Jahre.“
Der hiesige Bundestagsabgeordnete Eckhard Pols betonte, dass er nicht
mit allen Punkten im Koalitionsvertrag zufrieden sei. Nicht einverstanden 
sei er gerade als Inhaber eines Handwerksbetriebs mit der Rente ab 63, denn Deutschland brauche „die Erfahrung der Alten“. Am Schluss seiner
Rede warf er sich den Zuhörern ungewohnt überschwänglich in die Arme:
 „Ich liebe diesen Landstrich, und ich liebe Sie.“
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